Wenn Jesus Gleichnisse erzählt hat, dann hat er damit oft auch etwas über sich selbst gesagt. So im Gleichnis vom Schatz im Acker und der wertvol-len Perle. Im Grunde ist Jesus der Mann, von dem er da spricht. Jesus weiß um etwas unschätzbar Kostbares, das ihn mit unsagbarer Freude erfüllt. Jesus spricht von „Himmelreich“ und meint eine Wirklichkeit, die an Gott rührt und eine grundlegende Erfahrung von Sinnerfüllung gibt.
Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker ver-graben war. Ein Mann entdeckte ihn und grub ihn wieder ein. Und in seiner Freude ging er hin, verkaufte alles, was er besaß, und kaufte den Acker. Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte. Als er eine besonders wertvolle Perle fand, ging er hin, verkaufte alles, was er besaß, und kaufte sie. (Matthäusevangelium 13, 44 – 46)
Es lohnt sich, dem nachzugehen, dem buchstäblich auch auf dem Pilger-weg nachzugehen, was Jesus näherhin meint. Das ein oder andere haben wir schon für uns entdeckt. Beim Hören und Bedenken der Texte der Evan-gelien. In den Gesprächen mit anderen oder im Austausch in der Pilger-gruppe. Aber jeder Tag und jede Wallfahrt ist eine Einladung, genauer zu verstehen, was der Schatz und die Perle sind, von denen Jesus spricht.
Was erfüllt Jesus mit dieser unsagbar großen Freude? Vielleicht kommen wir nicht so leicht dahinter. Vielleicht müssen wir es auch gar nicht verstehen. Zunächst jedenfalls. Etwas Großartiges ist es ja schon, wenn wir uns anstecken lassen von dieser Freude, von der Jesus spricht und die ihn offenbar mit einer heiteren Gelassenheit und einem tiefen Vertrauen erfüllt hat.
Ein probates Mittel ist, sich sozusagen neben Jesus zu setzen, ihm zuzuhören, sprich in den Evangelien zu lesen, sich mit anderen darüber auszutauschen und nachzuspü-ren, was da zum Ausdruck kommt und was es in mir berührt und auslöst. Die Nähe von Menschen, die einem wohlgesonnen sind, tut gut. Die Nähe Jesu tut gut und steckt mit seiner Freude an.
Die Freude des Evangeliums erfüllt das Herz und das gesamte Leben derer, die Jesus begegnen. Diejenigen, die sich von ihm retten lassen, sind befreit von der Sünde, von der Traurigkeit von der inneren Leere und von der Vereinsamung. Mit Jesus Christus kommt immer – und immer wieder – die Freude. (Papst Franziskus in EVANGELII GAUDIUM)
Es ist der ausdrückliche Wunsch Jesu, dass wir Freude in uns haben, und zwar die Freude, die seine Freude ist, die Freude, die aus Gott kommt, Gott, der Liebe ist und der zur Liebe befähigt. In dem Evangelienabschnitt, der am Matthiasfest gelesen wird, sagt Jesus ausdrücklich: Ich will, „dass meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird“.
Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird.
(Johannesevangelium 15, 9 – 11)
MIT DER FREUDE JESU IM HERZEN – so möge die Matthiaswallfahrt 2026 sein!